Freitag, 2. Februar 2018

*verdammt nochmal* Denken wir uns krank? Sind wir nicht alle ein bisschen psycho?

Wer kennt die Sprüche nicht: "Aaah, Kopfschmerzen? Über was machst Du Dir Kopfzerbrechen?", "Zahnweh? Du beißt Dich bestimmt irgendwo durch...", "Deine Schultern schmerzen? Was trägst Du denn für eine Last mit Dir rum?", "Schnupfen? Von was hast Du die Nase voll?"
Mittlerweile denke ich, die Psyche wird total überbewertet. Ich sage damit nicht, dass sie nicht eine Rolle spielt. Aber manchmal hat man einfach nur Kopfweh wegen des Wetterumschwungs oder Zahnweh, weil eine Füllung locker ist und sich unbemerkt Karies gebildet hat. Oder Schnupfen, weil wir uns schlecht ernähren, das Immunsystem deshalb nicht das beste ist und wir uns angesteckt haben.
Mir wurde das mit der Psyche vor langer Zeit eingeimpft und sobald mein Körper irgend ein Anzeichen außerhalb der Norm anzeigt, fange ich sofort zu überlegen. Na klar, jeder hat so seine Problemchen, Schwachstellen, Sorgen. Das war schon immer so und wird auch immer so sein. Aber wenn ich dann darüber nachdenke "Warum habe ich einen Mausarm?" und dann nachgrüble, was mir denn an der Arbeit nicht gefällt... so buddle ich doch eigentlich nur Kleinigkeiten zutage, häufe sie an und bilde mir dann ein, dass dies meine Schmerzen verursacht. Ich steigere mich rein. Ja, manche Sachen sind eeecht blöd bei der Arbeit. Mag es ein Kollege sein, die Arbeit an sich, mache ich es überhaupt noch gerne, will ich vielleicht wechseln, usw. Damit fange ich dann an, Probleme zu wälzen, wo eigentlich garkeine sind. Und alles wird unerträglich und schwierig und überhaupt ist plötzlich alles doof und ich sehne nur noch den Lottogewinn nächsten Freitag herbei. (Ich habe einen tollen Job, eine supernette Chefin, kann mal früher gehen, wenn ich einen Termin habe, habe SUPERNETTE tolle Kollegen, für die ich arbeite. Die Arbeit an sich ist genau mein Fall und macht echt Spaß und ich mache es total gerne. Klar, gibt es hier oder da mal eine Winzigkeit, die man nicht so toll findet, aber das gibt es doch überall und immer mal). Kann der Mausarm vielleicht (ich wage es kaum auszusprechen) einfach nur daher kommen, weil ich nun schon 25 Jahre im Büro arbeite?
Ich glaube, wir denken uns krank. So einfach ist es.
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Mir wurde die Gebärmutter entfernt und ich habe nach 3 Monaten immer noch starke Schmerzen. Meine Chefin fragte mich, ob es vielleicht auch psychisch sein könne, ich hatte ja auch etwas Stress, weil mein unerfahrener Kollege meine Projekte während der Abwesenheit übernommen hat und ob ich denn schon arbeitsfähig sei oder lieber noch Zuhause sein möchte. Nein, ich war lange genug zuhause, finde ich. Und die Projekte sind eh verhunzt ;D. Der operierende Arzt stellte unerklärliche Druckschmerzen fest (die lebenslang andauern werden) und wollte mir Psychopharmaka aufschreiben, damit mir der Schmerz egal wird! Der nächste Arzt sagte zu mir, es könne auch die Psyche sein (Kinderwunsch und so). Nein, hatte ich nie und ich trauere meiner Gebärmutter auch bestimmt nicht hinterher. Er hat dann durch Ultraschall (jaaa, endlich wurde ich mal richtig untersucht!) eine Blasensenkung mit Blasenentleerungsstörung festgestellt. Eine liebe Person wies mich gleich darauf hin, dass die Blasenentleerungsstörung psychisch sein kann, sie hat es auch und da wäre es tatsächlich so. Nein, ist es nicht, es kommt von der OP und hängt mit der Blasensenkung zusammen.
Es ist "einfach" nur alles physisch :D. Hört auf, allen was aufzuschwatzen und vor allem Euch selbst :P...
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So, obwohl ich gerade sehr viel Privates öffentlich gemacht habe, aber das musste jetzt mal raus. Und ich gehe mal, das Leben wartet ;).

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